Kopf schlägt Beine

Pizarro über Schmerzen, Instinkt und Spaß am Fußball

In seiner langen Karriere ist Claudio Pizarro der Spaß am Fußball nie vergangen (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 07.11.2018 // 17:59 Uhr

Claudio Pizarro ist gerne Erster. Und Claudio Pizarro ist häufig Erster. Bekanntermaßen ist kein Rekord vor Werders Peruaner sicher. Doch in einem Punkt ist der 40-Jährige Letzter. Pizarro ist der letzte aktive Bundesliga-Spieler aus dem 20. Jahrhundert. „Ich glaube, ich bin immer noch dabei, weil ich immer viel Wert auf professionelle Vorbereitung gelegt habe“, sagt der ‚Fußball-Opa‘ im Interview mit dem DFL Magazin.

Dass er von den Teamkollegen schon mal als Opa bezeichnet werde, hält ihn nicht davon ab, weiter zu machen. „Dann lache ich mit. Und dann sage ich: Okay, ich werde dir schon zeigen, wer hier der Opa ist.“ Zuletzt zeigte es Pizarro allen, auch allen Zweiflern wie Tim Wiese ("Ein alter Mann, der nicht viel spielen wird"). Der Peruaner knipste dreimal innerhalb einer Woche. Nach wie vor verkörpert Pizarro den puren Torinstinkt.

Pizarro macht Spaß, Pizarro hat Spaß. "Und wie. Der Spaß ist immer da. Das steckt einfach in mir." Wenngleich die Knochen in der einen oder anderen Einheit weh tun. "Manchmal Schmerzen hier, Schmerzen da. Aber wenn der Ball erst einmal da ist, habe ich das vergessen", verrät er im Printmagazin-Interview.

Und trotz über 36.000-minütiger Bundesliga-Erfahrung gibt es die Momente für den Stürmer, in denen „plötzlich dieser eine Schritt fehlt. Und du denkst: Waren die früher nicht schneller, die Beine?“ Kompensieren kann Werders Tor- und Rekordjäger das durch seine Schnelligkeit im Kopf. „Der Kopf sagt dir, dass du vielleicht einfach früher anfängst, dorthin zu laufen, wo du hin willst.“ Und dann ist Pizarro doch wieder als Erster. Am Ball.